Konzerte
Auf Konzerten trifft man mich oft an. Manche Bands möchte ich selbst sehen, zu anderen gehe ich mit.
Kunst
Ich kann nicht behaupten, dass ich mich sonderlich gut mit Kunst auskenne, Ausstellungen mag ich dennoch.
Festivals
Höchstens ein Festival pro Jahr, sage ich immer.
Ohne Erfolg.
Fleischersatz
Seit 2004 esse ich kein Fleisch mehr. Würstchen und Konsorten kommen trotzdem auf den Tisch.

Der große römische Eistest kehrt zurück: Hedera und Old Bridge

U.


Hedera

Heute geht es wieder einmal um Eisdielen in Laufnähe zum Vatikan (und unserer Ferienwohnung). Hedera war die allererste, die wir überhaupt aufsuchten, und lag sehr nett in einer Seitenstraße. Das kleine Lokal legt viel Wert auf die Bio-Herkunft seiner Eiszutaten, und es gab auch genaue Informationen dazu, ob und inwieweit Gluten enthalten war, welche Sorten vegan waren und so weiter. Außerdem durfte man alles probieren. Die Sortenauswahl war verglichen mit anderen Eisgeschäften eher klein.


Hedera hat eine gleichnamige "Geheim-Eissorte", bei der nicht verraten wird, woraus sie besteht. Mein Freund entschied sich hierfür und war begeistert, weniger aber vom dazu bestellten Pistazieneis, das er als bitter wahrnahm.


Ich wollte, nachdem er bereits die Geheimsorte bestellt hatte, auch etwas Ungewöhnliches testen, und nahm Crema della Nonna, außerdem noch Schokolade und Pistazie. Crema della Nonna ist offensichtlich eine Zitronencreme, zumindest schmeckte das Eis danach. Ich empfand alle Sorten als lecker, aber auch nicht sensationell. Dennoch ein hübsches Lokal mit einer sehr transparenten Zutatenpolitik.

Adresse: Borgo Pio, 179



Old Bridge


Old Bridge taucht immer wieder in Eisdielen-Bestenlisten auf, und neben der Stammfiliale direkt an der Vatikanmauer gibt es noch zwei weitere Zweigstellen in Rom und, man lese und staune, eine in Stuttgart sowie eine in Seoul (nach Seoul haben es per Franchise erstaunlich viele römische Eisdielen geschafft, Südkora scheint ein eishungriger Markt zu sein).

Anders als andere Eisdielen gewährt Old Bridge jedem Gast drei Sorten Eis, egal, wie groß die bestellte Portion ist. Wir entschieden uns beim ersten Besuch für den 3-Euro-Becher (der so groß war wie anderswo der für 3,50 Euro), beim zweiten verwöhnten wir uns, nachdem wir den Vatikan versehentlich falsch herum umrundet hatten und entsprechend eisgierig waren, mit der 4-Euro-Portion.


Mein Freund wählte beim ersten Besuch Pistazie, Bacio und Banane, beim zweiten wieder Pistazie, Bacio und Karamell. Ich entschied mich beim ersten Besuch für Schokolade, Gusto de Sicilia (eine Eissorte, die unter anderem Pistazienstückchen enthalten sollte) und Mango, beim zweiten für Pistazie, Nutella und Frutti di Bosco (Waldfruchteis).


Wie man schon an der Tatsache erkennen kann, dass wir Old Bridge zweimal besuchten, beeindruckte uns das Eis im positiven Sinne. Meinem Freund gefiel insbesondere das cremige und geschmacksintensive Bananeneis, Pistazie und Bacio fand er ebenfalls super, während das Karamelleis im Vergleich etwas enttäuschte. Ich fand lediglich das "Gusto de Sicilia"-Eis mäßig, aus dem ich nur Orangenschale herausschmeckte. Alle anderen von mir getesteten Sorten waren äußerst lecker. Kein Wunder, dass sich vor dem winzigen Laden vor allem abends häufig lange Schlangen bilden!

Adresse: Viale Bastioni di Michelangelo


Sendeschluss: Radiohead - Lift

U.

Ich arbeite im 26. Stock eines Hochhauses, insofern gehört Liftfahren mit diversen Zu- und Ausstiegen durchaus zu meinem Alltag. Ganz so verrückt wie die von Thom Yorke sind meine Fahrstuhlerlebnisse aber irgendwie nicht!

"List" ist eines dieser Lieder, die Radohead 1987 für ihr Album "OK Computer" aufnahmen, aber erst jetzt, anlässlich des Re-Releases, veröffentlicht haben. Wer besser als ich aufpasst, entdeckt auch Figuren aus den Videos zu "Karma Police" und "Paranoid Android".

Eisblog: Eispulver von Dr. Oetker

U.

Neulich sprang uns im Supermarkt ein Produkt namens "Eispulver" von Dr. Oetker ins Auge. Die Eismaschine steht nun bereits seit Ewigkeiten still, was viel damit zu tun hat, dass man ihr Kühlaggregat vorkühlen muss und unser Tiefkühlschrank immer so voll ist. Mit dem Eispulver soll man aber auch ohne Eismaschine Eis herstellen können. Ob das funktioniert? Neugierig kauften wir zwei der drei Sorten, Bourbon-Vanille und Schokolade - die dritte ist Stracciatella.


Die Tüten enthalten verschiedene Arten Zucker, Milchpulver, Öl und diverse Verdickungsmittel sowie Geschmacksstoffe wie Kakaopulver und Vanillearoma. Zur Zubereitung mischt man das Pulver mit einem Viertelliter Milch und schlägt die Masse auf. Der Käufer soll im Idealfall aber nicht einfach Vanille- oder Schokoladeneis mixen, sondern wird ermutigt, die Mischung zu verfeinern, etwa mit zerkleinerten Früchten, Keksen, Brownies, Marmelade, Erdnusskernen...

Wir mischten unseren Vanille-Mix mit aufgetauten und gezuckerten Tiefkühl-Himbeeren, in den Schokoladenmix kamen geviertelte Toffifee - beide Ideen entnahmen wir der Vorschlägen auf den Tüten.


Die fertige Creme muss dann mindestens vier Stunden eingefroren werden, zehn Minuten vor dem Servieren soll man sie wieder herausnehmen. Als wir nach sechs Stunden das erste Mal probierten, zeigte sich aber, dass beide "Eissorten" noch ziemlich matschig waren. Mit Eis hatte das Geschmackserlebnis eher wenig zu tun. Wir probierten trotzdem, waren vom Ergebnis wenig begeistert und hofften, dass der mäßige Geschmack am Aggregatzustand lag.


Einige Tage später machten wir dann den zweiten Test: Mittlerweile waren beide Eissorten zu Blöcken gefroren, das Vanille-Himbeer-Eis hatte auch, sicherlich wegen des Wassergehalts der Beeren, größere Kristalle gebildet.

Von der Konsistenz her war das Schokoladeneis angenehmer, schmeckte aber... genau wie ein gefrorener Fertig-Schokoladenpudding: Dany + Sahne minus Sahne. Die Toffifee verbesserten das Geschmackserlebnis erheblich und passten auch gut dazu - aber sie waren alle auf den Boden der Form gesunken und deshalb nicht gut verteilt - das passiert einem mit einer Eismaschine nicht. Das Vanille-Himbeer-Eis war geschmacklich besser gelungen, machte aber wegen der Kristallbildung keine große Freude.


Positiv kann man zumindest sagen, dass wir mit den beiden Beuteln und wenigen weiteren Zutaten eine Unmenge Eis produziert haben. Wiederholen werden wir diesen Versuch dennoch sicherlich nicht. Kürzlich kam allerdings ein anderer Eis-Mix in den Handel, der Käufern verspricht, "unerwartet großartiges Eis" machen zu können. Sollten wir den einmal im Supermarkt sehen, wird er sicher auch getestet.



Neulich als mein Koffer Extraurlaub brauchte

U.
Da waren wir noch glücklich vereint.
Wie bereits erwähnt, war ich kürzlich im Wanderurlaub. Der Veranstalter meiner Cornwall-Reise flog die Gäste ins vier Stunden entfernte Bristol ein, wobei die diversen Zubringerflüge von den deutschen Flughäfen zunächst in Amsterdam landeten. Von dort aus stiegen alle Reiseteilnehmer gemeinsam nach Bristol um.

Nun sind Flüge mit Umsteigen und aufgegebenem Gepäck ein wenig bekannt dafür, dass nicht immer alles funktioniert und auch einmal ein Koffer die meist knapp geplanten Transfers nicht schafft. Obwohl ich vorab im Internet nachgelesen hatte, dass insgesamt betrachtet heutzutage viel weniger Fluggepäck verloren geht als noch vor zehn Jahren, war ich doch besorgt genug, dass ich beim Start noch schnell ein Foto von meiner gepackten Reisetasche machte - für den Fall, dass ich es am Gepäckschalter brauchen könnte.

Beim Hinflug ging aber alles gut, mein Koffer war in Bristol einer der ersten, die aufs Gepäckband kamen. Beim Rückflug von Bristol aus war meine Sorge dann kleiner, denn erstens hatte die Reise in die Gegenrichtung ja bereits geklappt und zweitens ist verspätetes Gepäck auf dem Heimflug ja tendenziell weniger schlimm - daheim hat man ohnehin andere Kleidung und Kosmetika, um einen Tag Wartezeit auf eine Tasche voll Dreckwäsche zu verschmerzen.

Der Anschlussflug landete gegen 21:45 in Frankfurt und ich hatte geringe Hoffnung, vielleicht noch einen Zug um 22:30 vom Bahnhof des Flughafens erwischen zu können. Ungeduldig wartete ich am Gepäckband... und wartete... und wartete... mit mir blieben auch alle anderen Mitglieder meiner Reisegruppe, die von Bristol über Amsterdam nach Frankfurt geflogen waren, wartend stehen. Schließlich kam eine gute gelaunte Reisende auf uns zu und sagte, man habe ihr eben am Gepäckschalter gesagt, dass zehn Koffer nicht mitgekommen seien, wir sollten doch einmal nachfragen.

Die kleine Gruppe ging also zum Schalter, wo eine ebenfalls gut gelaunte Angestellte bestätigte, dass wir alle auf ihrer Liste seien - kein einziger Koffer aus Bristol hatte den Umstieg in Amsterdam geschafft. Wir mussten nun unsere Adressen aufschreiben und bekamen erklärt, dass das Gepäck, das sich noch in Amsterdam befände, mit dem nächsten Flug nach Frankfurt käme. Für Fluggäste, die bis zu 100 Kilometer entfernt wohnten, sei der Flughafen selbst zuständig und werde die Koffer am nächsten Tag (Sonntag) anliefern, über 100 Kilometer würden die Gepäckstücke DHL übergeben, das würde dann sicherlich bis Montag dauern.

Ich wohne 86 Kilometer vom Frankfurter Flughafen entfernt. Etwas ärgerlich war ich schon, dass es einerseits eine Liste mit den nicht ausgelieferten Koffern gab und man uns andererseits dennoch hatte am Gepäckband stehen lassen - hätte man uns von Anfang an zum Schalter gerufen, hätte ich vermutlich noch meinen Zug erreicht. Aber egal, am nächsten Tag würde ich ja meinen Koffer nach Hause geliefert bekommen und hatte zudem einen Link und einen Code, so dass ich im Internet genau verfolgen konnte, wo sich mein Koffer befand und was nun mit ihm passierte.

Das war... nicht viel. Den kompletten Sonntag lang änderte sich am Status überhaupt nichts, erst volle 24 Stunden nach meinem Flug des Vortags reiste mein Koffer nach Frankfurt - dabei gibt es sicherlich mehr als einen Flug täglich von Amsterdam nach Frankfurt. An eine Auslieferung am selben Tag war natürlich nicht mehr zu denken, und ohnehin hatte es offenkundig niemand eilig: Nun blieb der Koffer weitere 24 Stunden in Frankfurt. Am späten Montagabend bekam ich eine SMS: Der Koffer sei jetzt DPD übergeben worden. So weit also zu den beschriebenen Alternativen Hauslieferung oder DHL.

Das Wort "Rush" ist wohl als gut gemeinter Vorschlag zu verstehen. Oder als Bandname.
Nachdem ich tagsüber normalerweise nicht zu Hause bin, machte ich mir Sorgen, dass ich die Auslieferung verpassen und meinen Koffer letztlich am Wochenende in irgendeinem Depot abholen müsste. Also nutzte ich die von DPD angebotene Möglichkeit, eine andere Lieferadresse anzugeben und ließ mir den Koffer statt in den Westerwald an meinen Arbeitsplatz nach Frankfurt liefern. Das würde vom Flughafen aus ja auch sicherlich besonders schnell gehen. Leider befand sich mein Gepäck zu diesem Zeitpunkt aber wohl schon in einem Laster Richtung Rheinland Pfalz, denn als ich am nächsten Tag den Status checkte, schien sich meine Tasche in Koblenz zu befinden. Mist.

Erst am Mittwoch gab es dann mittags ein Happy End: Mein Koffer kam unversehrt und drei Tage nach mir im Büro an. Nachdem der ganze Urlaub nur eine Woche gedauert hatte, hatte mein Gepäck also einfach noch die Hälfte drangehängt...

Sendeschluss: Depeche Mode - Cover Me

U.


Meine Musikredaktion hat mir, wie fast immer Sonntags, einige Tabs mit Videovorschlägen geöffnet,. damit ich mir eines aussuche - und war dann überrascht, dass ich Depeche Mode wählte. Depeche Mode! Mit einem Video von Anton Corbijn! Ja was soll ich denn sonst wählen?

Nüchtern betrachtet muss ich zugeben: Depeche Mode haben, auch auf ihrem aktuellen Album, bessere Songs - und Anton Corbijn hat auch schon interessantere Videos gemacht. Aber die Bilder sind natürlich trotzdem sehr schön. Und Dave sieht beim Steuern eines imaginären Raumschiffs ähnlich unterfordert aus wie Andy Fletcher bei Depeche Mode-Konzerten hinterm Synthesizer...

Der große römische Eistest kehrt zurück: Frigidarium und La Strega Nocciola

U.

Frigidarium

Wenden wir uns wieder der Innenstadt zu. Ziemlich nahe am Pantheon liegt das auf Tripadvisor hochgelobte Figidarium, das wir ohne Wegbeschreibung wohl kaum gefunden hätten - dabei zeichnete sich diese erneut sehr kleine Eisdiele wiederum durch eine gewaltige Schlange von Eishungrigen aus, während in der Konkurrenzeisdiele gegenüber gar nichts los zu sein schien.


Hier kostete der mittlere Becher mit drei Sorten günstige 3 Euro, nach Wunsch gab es Sahne und Schokosauce gratis dazu. Mein Freund entschied sich für Zimt, Pistazie und Pfirsich, ich wählte Bacio Bianco, Schokolade und die Haussorte "Frigidarium", zu der man noch einen Keks ("Pan di Stelle") ins Eis gesteckt bekam.


Auch hier erwies sich die Schlange als berechtigt: Mein Freund erklärte das Zimteis zum besten in Rom und fand auch die anderen Sorten so lecker, dass er das Frigidarium zu seiner neuen Lieblingseisdiele erklärte. Ich fand die Sorte Frigidarium abgesehen von dem hübschen Keks überflüssig, war aber mit meinen andere gewählten Sorten ebenfalls extrem zufrieden.

Adresse: Via del Governo Vecchio, 112

La Strega Nocciola


An unserem Abreisetag waren, oh Schreck, noch einige ungetestete Eisdielen von meiner vorbereiteten Liste übrig. Immerhin zu La Strega Nocciola schafften wir es dann noch bei unserem letzten Innenstadtbesuch, als wir in der Nähe der Spanischen Treppe unterwegs waren.


Anders als bei vielen anderen Eisdielen dieser Reise handelte es sich bei der "Nusshexe" um ein richtiges Lokal, in dem man an einem Tisch sitzen konnte. Bei unserem Besuch war zudem wenig los, so dass wir unser Eis sitzend und in angenehm ruhiger Atmosphäre genießen konnten. Der junge Mann, der es uns verkaufte, war zudem außergewöhnlich freundlich und brachte mich davon ab, das dunkle Schokoladeneis "Maya" zu bestellen, da es sehr scharf sei. Damit wäre ich auch sicher nicht glücklich geworden.


Ich wählte stattdessen Fondente (ein "normales" dunkles Schokoladeneis), Amarena und "Strega Nocciola", mein Freund entschied sich für Pistazie, Pfirsich und Café. Auch hier schmeckten wiederum alle Sorten außergewöhnlich gut, auch im Vergleich zu den bereits getesteten Eisdielen. Zudem fand mein Freund das Pistazieneis von allen bei dieser Reise probierten am besten.

Adresse: Via della Vite, 100

Neulich im Ausland: Tori Amos im Luxemburger den Atelier

U.

Ich erwähnte es ja bereits im Monatsrückblick vom Juli: Bei der aktuellen Europatournee von Tori Amos entschlossen wir uns, sie nicht in der Kilometer-technisch näher gelegenen Frankfurter Jahrhunderthalle, sondern stattdessen im zwei Stunden entfernten Luxemburg aufzusuchen - mit deutlich niedrigeren Ticketpreisen und vor allem einer sehr viel kleineren Halle, die ein intimeres Konzerterlebnis versprach.

Tatsächlich erinnerte mich das Luxemburger den Atelier ans Kölner Luxor: Klein, nicht sonderlich schön (immerhin gibt es noch einen kleinen Zuschauerbalkon) und man kann sich vorstellen, dass sich Frau Amos verwundert am Kopf kratzte, als sie mit zwei Nightlinern und einem Lastwagen bei der Location eintraf und sich fragen musste, wie ihr Equipment, allem voran ein Flügel, auf diese Minibühne passen sollte. Nachdem der Flügel nämlich jeden Abend neu gestimmt werden musste, war dessen Anwesenheit auch während der Spielzeit der Vorgruppe erforderlich - die sich tatsächlich nur gerade so vor den Flügel an den vorderen Bühnenrand quetschen konnte. Zum Glück handelte es sich um drei Herren mit Gitarren, einem Bass und einem kleinen Keyboard - für ein Schlagzeug wäre auch wirklich kein Platz gewesen!


Bei der irischen Vorgruppe handelte es sich um Bell X1, bei denen einst Damian Rice Mitglied war. Laut Wikipedia wird diese Band in Irland nach U2 am häufigsten im Radio gespielt. Zuhause müsste man sich also sicherlich nicht an den Bühnenrand quetschen (und hätte, was ich ebenfalls Wikipedia entnehme, wohl weitere Musiker dabei), aber es ist natürlich in jedem Fall eine Ehre, vor Tori Amos (die übrigens auch in Irland lebt) zu spielen, was Frontmann Paul Noonan auch anmerkte. In Irland ist die Band übrigens so erfolgreich, dass sie dort nicht den Support-Slot für Amos füllte.

Die sympathische Band machte angenehme Popmusik. Das Lied "Build to last", das der andere Gitarrist David Geraghty sang, handelt anscheinend von einem Mann, dem das Herz gebrochen wurde, "In My Secret Life" war eine Leonard Cohen-Coverversion - es sollte nicht die einzige des Abends bleiben. Nach nur sechs Songs war das Set schon wieder zu Ende.

Setliste:

The Upswing
Velcro
Rocky Took A Lover
Built to Last
In My Secret Life (Leonard Cohen Cover)
The End Is Nigh


Zeit für... den Klavierstimmer, der nochmals zur Feinabstimmung antrat und seine Sache sehr sorgfältig machte. Anschließend wurden dann noch die Tasten sowohl des Flügels als auch des gegenüber stehenden Keyboards sorgfältig abgewischt - immerhin hatte Tori nicht wie The xx in Rom ein Dutzend Spiegel dabei, die noch schnell der Reinigung bedurften. Überhaupt ging die Umbaupause mangels Umbaugelegenheiten erfreulich schnell vorbei.

Dass keine weiteren Mitmusiker dabei sein würden, hatten wir bereits vor unserer Anreise vermutet. Sah man sich die Setlisten der bisherigen drei Konzerte der Tour an, variierten diese nämlich von Abend zu Abend enorm, was man einer mitreisenden Band kaum antun könnte. Obwohl die aktuelle Tournee zumindest theoretisch als Werbung für das neue Album "Native Invader" gedacht ist, spielt Tori aus diesem Album nur ein Lied, nämlich"Reindeer King". Die restliche Konzert-Strategie weist gewisse Regelmäßigkeiten auf, so werden grundsätzlich zwei Lieder ihres Debütalbums vorgetragen - wir bekamen "Crucify" und "Tear In Your Hand" - sowie auch jedes Mal zwei Coverversionen, aber eben immer verschiedene.


Immerhin eine Konstante gibt es aber: Jedes der aktuellen Konzerte beginnt mit "i i e e e" vom Album "Choirgirl Hotel" So auch an diesem Abend: Tori kam auf gewaltigen Absätzen herein, erklomm die Bühne und nahm ihre charakteristische Sitzposition zwischen den beiden Tasteninstrumenten ein, aus der sie jederzeit von den Keyboards an den Flügel und zurück wechseln konnte, und legte los. Zu diesem Lied wurden auch Rhythmen vom Band eingespielt, was Befürchtungen hinsichtlich des restlichen Konzertes weckte - wir wollen eigentlich kein Konzert vom Band hören - die sich aber nicht bewahrheiteten.

Während ich "Little Earthquakes", das erwähnte Debütalbum, beinahe auswendig kann, bin ich sonst, was den gewaltigen Liederschatz von Tori Amos betrifft, eher schlecht informiert - sie hat auch seit 1992 schlappe fünfzehn Studioalben veröffentlicht, was es schwierig macht, sich mal eben einzuhören. Dennoch wusste ich bereits von meinem Konzertbesuch beim A Summer's Tale letztes Jahr, dass Amos es mühelos schafft, allein ein Publikum in ihren Bann zu ziehen - und auch ich war trotz der vielen mir dann doch nicht allzu präsenten Songs auf der Setliste meist extrem gefesselt.


Gesprochen wurde eigentlich nur einmal: Amos kostete den enormen Applaus nach "Crucify" sichtlich aus und bot dem Publikum dann scherzhaft an, sie zu weiteren Konzerten zu begleiten. Zum als nächstes anstehenden, als Wunsch angekündigten Lied "Fire on the Side", das von ihrer ehemaligen Band Y Kant Tori Read und aus dem Jahr 1989 stammt, erwähnte sie noch selbstironisch in Zetteln kramend, sie sei eben schon eine ältere Dame und müsse den Text deshalb ablesen.

Im als "Fake Muse Network" bezeichneten Cover-Block hörten wir zum zweiten Mal an diesem Abend ein Leonard Cohen-Cover ("Famous Blue Raincoat") sowie "A Case of You" von Joni Mitchell. Hier hätte sie mit anderen Coverversionen aus ihrem Portfolio unseren persönlichen Geschmack sicherlich besser treffen können.


Nach dem neuesten Lied "Reindeer King" folgte nun mit "Ruby Through the Looking-Glass" eine Rarität, denn dieses Lied stammt von einer EP und dürfte nur den engagiertesten Fans bekannt sein. Bei der aktuellen Tour wurde es schon mehrmals gespielt. Das Set endete mit den schnelleren "Blood Roses" und "Bliss", und einige der Zuschauer in der ersten Reihe bewiesen, dass man auch zu Tori Amos headbangen kann.


Nach sehr kurzer Pause bekamen wir noch zwei Zugaben, leider wieder mit eingespielten Rhythmen. "A Sorta Fairytale" wurde, wie zuvor bereits schon "Crucify", in einer variierten und längeren Version dargeboten, was dazu führte, dass das Set, obwohl nur 15 Lieder gespielt wurden, immerhin fast 100 Minuten dauerte.

Wieder ein sehr schöner Abend im wie erhofft sehr kleinen Rahmen, und nun kann ich auch "Luxemburg" von der Liste meiner besuchten Konzertländer abhaken. Ich persönlich hätte mich noch sehr über "Silent All These Years" gefreut, aber das spielte Tori leider erst am nächsten Abend in Paris.


Setliste:

i i e e e
Crucify
Fire on the Side (Y Kant Tori Read song)
Jackie's Strength
1000 Oceans
Tear in Your Hand
Famous Blue Raincoat (Leonard Cohen cover)
A Case of You (Joni Mitchell cover)
Reindeer King
Ruby Through the Looking-Glass
Cloud on My Tongue
Blood Roses
Bliss

Flavor
A Sorta Fairytale


Sendeschluss: Beck - Up All Night

U.

Was wäre es doch praktisch, wenn man seinen persönlichen Ritter hätte, der einen ohne Diskussionen aus unbequemen Situationen rettet. Und sich idealerweise auch noch in ein Auto verwandeln könnte.

Mehr habe ich zum heutigen Sendeschluss auch nicht zu sagen, denn mein Wissen zum Thema Beck ist wahrlich begrenzt. Ich erinnere mich lediglich daran, dass er in frühen Tagen seines Ruhm stolz seine Heino-Platten zeigte, weil ihm das Styling des Schlagersängers so gut gefiel. Angehört hatte er sie nie - vermutlich besser so.

Gekauft: August 2017

U.

Momentan krankt diese Kategorie am Mangel interessanter Neuanschaffungen. Ich habe wohl einfach schon alles... Vor dem Aufbruch zu meiner Wanderreise nach Cornwall dachte ich eigentlich, dass ich sicherlich noch Outdoor-Kleidung benötige, weil ich von der letzten Reise vor zwei Jahren in Erinnerung hatte, dass in meiner Ausrüstung manches fehlte. Aber als ich meine Hosen, Oberteile und so weiter sichtete, schien ich eher zu viel als zu wenig Kleidung zu besitzen.


Und so besorgte ich letztlich nur eine Sache neu: Vorletztes Jahr hatte ich mir nämlich beim Wandern etliche Blasen gelaufen, und Mitreisende hatten mir erklärt, dass ich mir "richtige" Wandersocken besorgen solle, die von mir bis dahin eingesetzten Sportsocken (eigentlich fürs Joggen gekauft) seien da nicht das Richtige. Und so kaufte ich mir im Outlet gleich vier Paar Wandersocken, die, da aus dem Outlet, zumindest nicht horrend teuer waren, sondern bloß teuer...


Braucht man nun zum Wandern Wandersocken? Das weiß ich immer noch nicht genau. Fest steht, dass die neuen Socken tatsächlich wesentlich dicker sind als die, die ich vorher trug. Außerdem lief ich mir dieses Mal zwar wieder Blasen, aber nur zwei, und auch nicht gleich bei der ersten Wanderung. Entweder, ich muss jetzt doch einmal über neue Wanderschuhe nachdenken, oder aber, meine Füße sind einfach zu zart...


Gesehen: August 2017

U.

Im letzten Beitrag erwähnte ich es schon: Im August sah ich endlich das Finale der Serie Mad Men. Gut, das hätte ich auch bereits 2015 sehen können, wenn ich mir etwas mehr Mühe gegeben hätte - zumal mir die Serie die ganze Zeit via Sky zur Verfügung stand - aber zwischenzeitlich war ich der Geschichte um die Angestellten einer New Yorker Werbeagentur zwischen 1960 und 1970 etwas müde geworden - um dann nach einigen Jahren Pause wieder sehr begeistert einzusteigen.

Mad Men war die erste Serie, bei der ich bewunderte, dass die Charaktere zum Großteil nicht wirklich sympathisch sind, man als Zuschauer aber dennoch mit ihnen fühlt und ihnen Gutes wünscht - weil sie es doch sowieso schon so schwer haben. Staffel 7 bringt die Geschichten um die "Kern-Besetzung" auch sehr schön und den Figuren gerecht werdend zu Ende, bis hin zur recht vielfältig interpretierbaren Schlussszene für Hauptfigur Don Draper.


Neben den Figuren wird die Serie durch ihren detailverliebten Blick auf die Zeitgeschichte interessant und löste damit den Trend aus, Serien in der jüngeren Vergangenheit spielen zu lassen (The Americans, Better Call Saul, Masters of Sex,...). Mad Men macht das so gut, dass ich beispielsweise relativ ergriffen verfolgte, wie die Figuren und ihre Familien gespannt vor den Fernsehgräten die erste Mondlandung erleben - weil man sich eben gut vorstellen kann, dass es tatsächlich so war.

Mad Men: Sieben intelligente, wenn auch selten gute Laune vermittelnde Staffeln, die von anderen Serien kaum zu übertreffen sein werden. Schließen wir mir einem berühmten Zitat des alten Optimisten Don Draper:
What you call love was invented by guys like me to sell nylons. 

Coprights @ 2016, Blogger Templates Designed By Templateism | Templatelib